Seit meinen Kindertagen ist Aufräumen immer ein leidiges und ungeliebtes Thema gewesen. Obwohl ich ein recht braves Kind war und sogar ganz gut in der Schule, gab es doch immer wieder Ärger zu Hause, wenn es um das Thema Aufräumen ging. Die Abneigung dagegen habe ich mir bis heute nicht abgewöhnen können, wobei ich doch nun eigentlich ein gutes Vorbild für meine Kinder sein sollte.
Ich habe alle möglichen Strategien versucht, um meinen inneren Schweinehund zu überlisten, habe mir Motivationssprüche an den Kühlschrank und an den Badezimmerspiegel gehängt und bin doch immer wieder gescheitert. Weder Aufräumtipps von Profis und Freunden noch Motivationssprüche auf Band haben geholfen. Seit etwa zwei Jahren aber habe ich das Geheimrezept gefunden, das bei mir wirklich hilft: Das “Aufräumen für Fortgeschrittene”, wie es einmal irgendwo im Internet genannt wurde ist der beste unter den Aufräumtipps.
Das funktioniert so: Man kommt nach Hause, hängt seine Jacke auf und stürzt sich schnell und hektisch ins Geschehen. Ich stelle mir einen kleinen Wecker auf genau 10 Minuten und räume in dieser kurzen Zeit in Windeseile und ohne großes System alles auf. Socken in die Wäschekörbe, Teller in die Spülmaschine, leere Flaschen in den Keller, leere Klorollen zum Altpapier, bezahlte Rechnungen in den Schreibtisch und den Einkaufskorb in den Flur, wo er hin gehört. Sobald der Wecker klingelt, lasse ich wieder alles stehen und liegen und widme mich meiner wohl verdienten Freizeit.
Wenn man das jeden Tag tatsächlich so durchzieht, ist die Wohnung eigentlich immer in einem halbwegs akzeptablen Zustand ohne dass man sich groß in seiner Freizeit eingeschränkt fühlt und wertvolle Stunden opfern muss. Am Wochenende muss man sich natürlich trotzdem mal eine Stunde für die aufwändigeren Arbeiten wie Betten machen und Wäsche waschen nehmen.